Kapitel 1

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Als Sophia die Wohnung betritt steigt ihr der leckere Geruch von frischen Kräutern und Tomaten in die Nase. Zu ihrer Rechten hört Sie die Stimmen ihrer Mitbewohner aus der Küche heran schwingen. Beim ersten Schritt spürt Sie wie der alte Parkettboden unter Ihren zarten Füßen langsam nach unten weicht um sich dann bestimmt gegen den Druck zu stemmen. Es schmeckt nach Pasta in der Luft und freudig stellt Sie ihre bunte Stofftasche unter die Garderobe im Eingangsbereich. Sie zieht eine der Holzladen aus dem Unterschrank und legt ihre Schlüssel an den dafür angestammten Platz. Bevor Sie zu den anderen in die Küche geht, geht Sie noch schnell in Ihr Zimmer. Welches war das nochmal fragt Sie sich, jeden Tag das gleiche… „Ene-mene-muh und raus bist du, raus bist du noch lange nicht, sag mir erst wie alt du bist“ – beginnt Sie zwischen den 3 Türen am Ende des Flurs zu zählen. Peter der Nahe bei der Küchentür steht, bekommt das Schauspiel am Rande mit, ein Grinzen fährt durch sein Gesicht. „Es ist die mittlere Tür“ ruft er zu Sophia. „Jetzt bist du schon seit 2 Wochen bei uns Eingezogen und hast es dir immer noch nicht gemerkt“ – er lächelt. Sophia die sich erwischt fühlt kontert kokett – „Das weiß ich doch! Ich habe einfach gefallen an diesem Spiel gefunden und mag es noch ein paar Tage länger spielen!“. So hatte Sie am zweiten Tag erkannt, dass wenn Sie an der linken Tür beginnt und den ganzen Reim aufzählt am Ende bei er richtigen Tür stehen bleibt. Maria die 2te Mitbewohnerin in der Studenten-WG mischt sich jetzt auch in das eifrige Treiben der beiden ein. „Ach Peter, lass Sophia doch Ihren Spass! Nur weil du für solche Spiele keinen Sinn hast, heißt es noch lange nicht, dass wir auch keinen Spass damit haben dürfen.“ Sie steht von Ihrem Stuhl am kleinen, bereits liebevoll gedeckten Esstisch auf und schreitet Richtung Sophia in den Flur. Begleitet vom quietschen des Parkettboden – Maria hat nicht ganz die zierliche Gestalt wie Sophia – stellt Sie sich neben Sophia und beginnt an der linken Tür mit „Ene-mene-muh…“. Bei diesem Anblick lacht Peter herzlich und wendet sich ab um seine Aufmerksamkeit den überkochenden Spaghetti zu schenken.

Nachdem die mittlere Tür durch 2-Zungen Reim bestätigt wurde geht Sophia in Ihr Zimmer. Die Sonnenstrahlen küssen Ihre Wangen sanft als Sie den Raum betritt. Die klaren hohen alt Wiener Fenster lassen das Licht in jeden Winkel des gut 4 Meter hohen Raums eindringen. Sie strahlt als Sie den Geruch der Rosen an Ihrem Fenster war nimmt und die große Palme die Wand mit ihren Schatten verziert. Ein fröhlicher Seufzer huscht über Ihre Lippen. „Endlich wieder zu Hause“ denkt Sie sich – schnell in etwas gemütlicheres Schlupfen und dann auf zum Abendessen.

Peter gibt nur sehr ungern den Kochlöffel aus der Hand. Er liebt das Essen und dessen Zubereitung. Er studiert seit 4 Semestern an der Hochschule für Bodenkultur und hofft dort so viel wie möglich über die Pflanzen und deren Pflege zu erfahren. Er träumt davon, sein eigenes Hipster-Lokal zu eröffnen in dem er nur Produkte aus eigenem Anbau anbietet. Der große Vorteil für Sophia und Maria ist, dass er tatsächlich sehr gut kochen kann und auch bei der Auswahl seiner Zutaten einen guten Geschmack nachweisen kann. Der wöchentliche Besuch am Naschmarkt ist für alle beteiligten immer das Highlight. Mit der Nase, mit dem Mund, mit den Ohren und den Händen – ja Peter macht aus der Notwendigkeit der Nahrungsaufnahme einen Ausflug in den Unterhaltungspark. Riechst du das Aroma der Zwiebeln, Schmeckst du wie bitter die Wurzeln sind, Hörst du das knacken der Schalen und fühlst du den weichen Flaum auf der Frucht. „Mit allen Sinnen genießen“ eröffnet Maria das Gespräch als Sophia die Küche betritt. „Ja, mit allen Sinnen genießen! Das zu dieser netten und lustigen WG auch noch ein angehender Starkoch gehört hätte keiner erwartet.“ Lächelnd setzt sich Sophia mit an den Esstisch. „Kann ich etwas helfen?“ fragt Sie in die Runde.

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